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Kirche vor Ort

Der Himmel unterwegs

Aldersbach Pfarrverband am 16.06.2022

Fronleichnam Bild

Gestern wurden die Blumenteppiche für das heutige Fronleichnamsfest vorbereitet

Alders­bach. Was fei­ert ihr eigent­lich an Fron­leich­nam?“ Die Fra­ge bekom­men Katho­li­ken oft zu hören und die meis­ten Fra­gen­den den­ken dabei an etwas wie Tod und Lei­che. Das liegt an dem Wort, das aus dem Mit­tel­hoch­deut­schen stammt und sich aus vro­ne licham“ zusam­men­setzt und mit des Her­ren Leib“ über­setzt wer­den kann. Mit der Lei­che Jesu hat das Fest aber nichts zu tun, son­dern die Gläu­bi­gen fei­ern die Ein­set­zung der Eucha­ris­tie, also der Wand­lung von Brot und Wein in Leib und Blut Jesu. Papst Urban führ­te das Fest im Jahr 1264 ein und seit dem 15. Jahr­hun­dert hat sich der Brauch eta­bliert, Blu­men auf dem Pro­zes­si­ons­weg zu streu­en. Eigent­lich wäre wegen des Letz­ten Abend­mahls“ hier­für der Grün­don­ners­tag der geeig­ne­te­re Zeitpunkt.

Doch da zu der stil­len Kar­wo­che kei­ne fröh­li­chen und far­ben­fro­hen Pro­zes­sio­nen pas­sen, wähl­te man als Datum den zwei­ten Don­ners­tag nach Pfings­ten. Dabei trägt ein Geist­li­cher den Leib Chris­ti in Form der gewan­del­ten Hos­tie, die sich in einer Mons­tranz befin­det durch Stra­ßen oder Fel­der, über­dacht von einem Stoff­bal­da­chin, dem soge­nann­ten Tra­ge­him­mel“. Halt wird an ver­schie­de­nen mit Blu­men ver­zier­ten Sta­tio­nen gemacht und die Kir­chen mit einem schö­nen Blu­men­tep­pich aus­staf­fiert, so auch in der präch­ti­gen Alders­ba­cher Pfarr­kir­che. Und der konn­te sich sehen las­sen – mit 2,510 Meter erreich­te er all­jähr­lich eine statt­li­che Größe.

Seit Pfar­rer Hau­er ent­warf Gun­di Höpp­ler eine Damen­schnei­der­meis­te­rin und Hand­ar­beits­leh­re­rin die Moti­ve und Vor­la­gen. Unter­stützt von ihrer Schwes­ter Fini und vie­len Hel­fern wur­de der Tep­pich letzt­end­lich mit Blu­men gesteckt. Die­ser Brauch fand im Jah­re 2005 sein vor­läu­fi­ges Ende, weil die Schwes­tern Höpp­ler alters­be­dingt nicht mehr in der Lage waren sich wei­ter um den Blu­men­tep­pich zu küm­mern. Die gelern­te Schnitt­tech­ni­ke­rin Ange­li­ka Pau­li, die immer wie­der Kon­takt mit Gun­di Höpp­ler hat­te und sich für die The­ma­tik zu inter­es­sie­ren begann, setz­te den Brauch schließ­lich zusam­men mit Christl Knödl, Evi Wagener und Mes­ne­rin Chris­ti­ne Fey­rer fort. Und so gibt es seit dem Jah­re 2010 in Alders­bach wie­der einen Blumenteppich.

Seit der Schlie­ßung der Pfarr­kir­che im Jah­re 2018 fällt der Blu­men­tep­pich natur­ge­mäß klei­ner aus, da die Por­ten­kir­che in der man bis zum Abschluss der Reno­vie­rungs­ar­bei­ten die Got­tes­diens­te abhält, nicht so viel Platz bie­tet. Frau Pau­li ent­wirft und zeich­net hier­für ent­we­der neue Vor­la­gen oder ver­wen­det alte Moti­ve, die sie einem umfang­rei­chen Ord­ner ent­nimmt, den sie von den Schwes­tern Höpp­ler über­nom­men hat.

Am Diens­tag vor Fron­leich­nam geht es dann los. Es gilt die Blu­men zu besor­gen, die man für den Tep­pich braucht. Da es sich bei Fron­leich­nam um einen soge­nann­ten beweg­li­chen Fei­er­tag han­delt, der ent­we­der früh im Mai oder wie heu­er auch erst im Juni statt­fin­den kann, ist das Blu­men­an­ge­bot unter­schied­lich. Fin­det das Fest im Mai statt, sind es Rho­do­den­dron und der Schnee­ball, die ger­ne genom­men wer­den. Spä­ter im Jahr, wenn die­se Pflan­zen bereits ver­blüht sind, sind es Pfingst­ro­sen, Tage­tes oder Korn­blu­men, die man alle von pri­va­ten Spen­dern erhält. Im Alders­ba­cher Kräu­ter­gar­ten wer­den die Mar­ga­ri­ten gezupft, die die Gemein­de­ver­wal­tung extra für die­sen Anlass ste­hen lässt und die für die Ein­fas­sung der Moti­ve benö­tigt werden.

Am Mitt­woch früh machen sich die flei­ßi­gen Damen an die Aus­ge­stal­tung des Blu­men­tep­pichs. Wenn die Arbeit am spä­ten Nach­mit­tag dann end­lich voll­endet ist und das Kunst­werk letzt­ma­lig kri­tisch begut­ach­tet wird und den prü­fen­den Bli­cken stand­hält, beloh­nen sich die Damen, wie jedes Jahr, mit einem Plausch bei aus­rei­chend Kaf­fee. Und dann wer­den schon die Plä­ne für das nächs­te Pro­jekt geschmie­det – dem Schmü­cken der Erntekrone.

Text: Bri­git­te Mörtlbauer-Ruhland

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